Wie schaffe ich es, täglich zu üben? Teil 3: Prioritäten setzen

Darum geht's

Für deinen Beckenboden ist eins wichtig: regelmäßige, am besten tägliche Übung! Wie du das schaffen kannst? Indem du dich selbst priorisierst!

Was dein Beckenboden und dein gesamter Körper lieben: wenn du dich ihm täglich widmest, und sei es auch mal nur für 10 Minuten. Was leider total schwer ist: täglich die Zeit dafür finden, und sei es nur für 10 Minuten. Uff. Gibt es dafür eine Lösung? Ja, die gibt es! Aber du musst jetzt ganz stark sein. 😉 Die Wahrheit ist nämlich folgende: du HAST diese Zeit, du musst sie dir nur nehmen. 

Wenn du Teil 1 und Teil 2 zum täglichen Üben beherzigst, nämlich mit liebevoller Achtsamkeit übst und dich nicht überforderst, hast du schon mal die richtige Basis und Einstellung, um auch Teil 3 umzusetzen. Trotzdem ist der dritte Punkt definitiv der schwerste, denn jetzt geht es ums konkrete MACHEN. Schaffst du es, (so gut wie) täglich deine Yogamatte auszurollen oder gewinnt der innere Schweinehund, wie es so nett heißt?

Niemand kann dir diesen Kampf abnehmen. Du wirst immer wieder selbst den Entschluss fassen müssen, dich aus freiem Willen auf deine Matte zu begeben. Und das funktioniert meiner Erfahrung nach nur, wenn du das tägliche Üben absolut priorisiert behandelst. Ja, auch vor Spülmaschine ausräumen, vor Haare waschen und vor allen anderen To Do’s, die auf deiner Liste stehen.

Ich weiß, der Spruch ist total blöd und nervt unendlich, aber er stimmt: Zeit hat man nicht, Zeit nimmt man sich. Und genau das ist der Schlüssel zu täglichem Üben: 

Nimm dir die Zeit. 

Setz dir vielleicht eine bewusst kurze Mindestzeitspanne. Nimm dir zum Beispiel vor, täglich 15 Minuten zu üben. 15 Minuten ist echt nicht lange, oder? Wie oft scrollen wir 15 Minuten oder länger mehr oder weniger sinnbefreit durch Social Media Feeds oder beschäftigen uns mit anderen Dingen, die zwar unsere Aufmerksamkeit binden, die uns aber letztlich nicht so wahnsinnig gut tun… 

Manchmal liegt genau da ein weiterer Schlüssel: schau mal, an welchen Stellen du deine Zeit von Dingen besetzen lässt, die, wenn du ganz ehrlich bist, gar nicht sooo wichtig für dich sind. Wichtig ist mir: es geht hier nicht um Selbstoptimierung! Du sollst dich auf keinen Fall gezwungen fühlen, deinen Tag Minute um Minute durchzutakten, um bloß keine Sekunde kostbare Zeit zu verschwenden. Nee, so sind wir nicht drauf, echt nicht! Du darfst, musst und sollst auch Zeit „vergeuden“. Durchhängen, nichts tun, trödeln, den Gedanken nachhängen – das ist total wichtig, lass es dir nicht nehmen!

Aber dir Zeit für deinen Körper und deinen Beckenboden zu nehmen ist eben AUCH wichtig! Und vielleicht lässt sich deine Übung ja sogar mit ein bisschen anschließendem Entspannen und Rumhängen kombinieren? 😉 

Abr zurück zum eigentlichen Punkt: 15 Minuten schaffst du immer, du musst dich nur überwinden. Und wenn du das lange genug gemacht hast, wirst du sogar immer öfter an den Punkt kommen, an dem aus den 15 Minuten automatisch mehr werden. Weil du merken wirst: hoppla, das tut mir ja gut! Ich mache Fortschritte, das macht Spaß! (Hier wieder wichtig: denke an Teil 1 und 2 und übe achtsam und ohne dich zu überfordern. Ansonsten riskierst du, durch zu viel Ehrgeiz die Motivation zu verlieren.)

Aber jetzt mal Klartext: Wie soll das gehen?!

Vielleicht wirst du jetzt immer noch denken: Nee, ehrlich jetzt, ich finde nicht mal 15 Minuten am Tag Zeit für mich! Priorisieren schön und gut, aber wenn ich Übung priorisiere, bleibt alles andere liegen und das geht ja auch nicht. 

Ja, ich weiß. Ich zum Beispiel hab ja drei Kinder und meine Güte, was können die in 15 Minuten ein Chaos anrichten! Priorisieren klappt meiner Erfahrung nach deshalb am besten, wenn du Menschen in deinem Haushalt mit einbindest. Wenn du zum Beispiel Kinder hast, bitte deine/n Partner/in, sie dir für minimum 15 zuvor abgesprochene Minuten vom Leib zu halten, damit du in Ruhe üben kannst. Das Einfordern und Absprechen braucht manchmal Überwindung, aber es ist eine große Erleichterung, wenn man die eigene Übungszeit einmal etabliert hat und dann in Ruhe nutzen kann.

Die zweite Herausforderung wird sein, dich dann auch wirklich zu überwinden, die Matte auszurollen und loszulegen. Was hier tatsächlich hilft, sind einfache Tipps wie:

  • Hab dein Yogamaterial schnell griffbereit und nicht versteckt in der hintersten Schublade, wo du es erst suchen musst.
  • Dasselbe gilt für deine Kleidung. Es muss außerdem nicht immer das klassische Yogaoutfit sein. Ein paar Spürübungen für den Beckenboden z.B. gehen auch in Jeans und Pulli!
  • Plane wenn möglich eine feste Zeit für deine Übung ein, also z.B. immer abends vor dem Abendessen oder immer morgens nachdem du die Kinder in die Schule geschickt hast o.ä. Dadurch bekommst du eine feste Routine und das hilft enorm!
  • Was für mich an schlechten Tagen auch gut funktioniert: sich für nach der Übungszeit eine Belohnung versprechen. Das muss ja nicht immer Schokolade sein, sondern kann auch ein heißes Bad, Zeit mit dem Lieblingsbuch oder eine Runde Netflix sein.

Priorisiere dich und deinen Körper. Und zwar jeden Tag!

Irgendwann wird sich ein Schalter in deinem Kopf umlegen, der was richtig Verrücktes mit dir macht. DU wirst dir selbst WICHTIGER. Du wirst beginnen, dich und deinen Körper zu priorisieren. Bewegung, Entspannung, Beckenbodenyoga werden dazu gehören und du wirst merken, wie gut dir das tut und wie es dich stärker, fitter und resilienter macht. 

Vielleicht wirst du es nicht jeden Tag auf die Matte schaffen – wer schafft das schon? Sich selbst zu priorisieren, heißt schließlich auch, gut auf den eigenen Körper zu hören. Bei mir kommt es zum Beispiel zyklusbedingt am Ende eines Zyklus und am Anfang des neuen Zyklus meistens zu ein paar Tagen Yogapause, weil ich in dieser Zeit Ruhe brauche und keine Lust und Energie für Bewegung habe. Ich priorisiere dann gutes Essen und genug Schlaf. 😉

Sobald ich aber wieder mehr Energie habe, gehe ich zurück auf die Matte, weil ich weiß: nur mit Beckenbodenyoga geht es mir auf lange Sicht gut, bleibe ich schmerzfrei und symptomfrei. Für diese Erkenntnis habe ich bloß 15 Jahre gebraucht. 😀 Vielleicht dauert es bei dir nicht ganz so lange? Oder länger? Im Grunde ist es auch total egal. Wichtig ist, dass es dir am Ende gut geht!

Ich hoffe, diese kleine Themenreihe hat dir ein kleines Stückchen deines Weges leichter gemacht. Lass mich gerne in den Kommentaren wissen, auf welchem Weg du gerade bist und wie es dir dabei geht! Und abonniere auch gerne meinen Newsletter, um über die nächsten Artikel und Übungsanleitungen informiert zu werden.

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