Was ist eigentlich der Zyklus? Hormone und wie sie (auf den Beckenboden) wirken

Grafik zum Thema Zyklusphasen und Beckenboden

Darum geht's

Das Leben als Frau ist ein Leben in Zyklen. Jeden Monat bewirkt ein komplexes Zusammenspiel der Hormone einen Eisprung – wirkt aber auch aufs Gemüt und sogar auf den Beckenboden.

Los geht’s mit meiner Recherchereihe zum Thema „Zyklus und Beckenboden“! Danke für eure zahlreichen Fragen. Ich werde versuchen, sie alle zu beantworten. Falls du noch eine Frage hast oder sich aus meinen Texten neue Fragen ergeben, schreib sie mir gerne in die Kommentare! Zum Einstieg in das Thema schauen wir uns heute erst mal an, was der weibliche Zyklus eigentlich genau ist. Denn Zyklusphasen und Beckenboden hängen erstaunlich eng zusammen.

Das Leben als Frau ist ein Leben in Zyklen, so kann man es wohl ausdrücken. Anders als Männer, bei denen die Hormone sich in einem 24-Stunden-Tagesrhythmus verändern und vor allem an den Schlaf- und Wachphasen orientieren, bewegen wir Frauen uns in monatlichen Zyklen. Während Männer sich plakativ gesagt jeden Tag gleich fühlen, weil jeden Tag dieselben Hormone im selben Rhythmus wirken, sind wir Frauen viel deutlicheren Schwankungen ausgesetzt.

Der Grund ist die komplizierte weibliche Fruchtbarkeit. Weibliches Leben ist einfach so viel komplexer als männliches. Denn während Männer bloß ihren Samen besteuern müssen, muss die Frau zusehen, dass in ihrem Körper alles bereit ist, um ein neues Leben zu bilden, zu erhalten, ernähren und wachsen zu lassen. Verrückt komplex das Ganze, und immer wieder ein kleines Wunder! 

Zyklusphasen und Beckenboden: ein komplexes Zusammenspiel der Hormone

Um die Entstehung neuen Lebens möglich zu machen, wirkt im weiblichen Körper ein komplexes Zusammenspiel von Hormonen, das dafür sorgt, dass eine Eizelle freigesetzt und befruchtet werden kann – das im Falle einer Nichtbefruchtung aber auch dafür sorgt, dass alles ordentlich wieder abgebaut wird und es im nächsten Zyklus eine neue Chance geben kann. 

Diese Hormone wirken also auf die Fruchtbarkeit. Sie haben aber außerdem ein paar Nebenwirkungen, die du vielleicht aus eigener Erfahrung kennst. Nebenwirkungen, die deine Laune und dein Energielevel betreffen – aber eben auch welche, die du womöglich im Beckenboden bemerken kannst. 

Normalerweise beginnt man mit der Aufzählung der Zyklusphasen mit der Menstruation, weil man immer an Tag 1 der Periodenblutung einen neuen Zyklus zu zählen beginnt. Ich möchte es hier jedoch ein bisschen anders angehen, um den Anstieg und Abfall der Hormone deutlicher machen zu können. Daher starten wir mit:

Östrogen-Power: Follikelphase

Die Follikelphase ist die Zeit nach deiner Periode, in der du dich meist fit und leistungsstark fühlst. Auslöser für die guten Gefühle sind die Hormone. Östrogen und das sogenannte follikelstimulierende Hormon (FSH) steigen an und bewirken ungefähr zur Mitte des Zyklus den Eisprung. 

Spannend ist:

Östrogen wirkt nicht nur auf Laune und Energielevel, sondern auch aufs Bindegewebe – und zwar positiv. In der ersten Zyklushälfte, in der vermehrt Östrogen ausgeschüttet wird, fühlt der Beckenboden sich daher oft fitter und gesünder an. 

Hormon-Peak: Eisprung

Ungefähr in der Mitte des Zyklus wird durch die ganzen Hormone der Eisprung verursacht. Östrogen, FSH und auch Testosteron sind zu dieser Zeit auf ihrem höchsten Level. 

Interessant:

Viele Frauen nehmen um die Zeit des Eisprungs herum eher eine Verschlechterung im Beckenboden wahr. Ich habe bisher nicht herausfinden können, woran das liegen kann. Aber falls es dich auch betrifft, lass dir gesagt sein, dass du damit nicht allein bist!

Progesteron entspannt/schwächt: Lutealphase

Wird die Eizelle nicht befruchtet, fällt sie in sich zusammen, verwandelt sich zu einer Drüse und setzt das Hormon Progesteron frei (freaky, oder? Jeden Monat findet eine skurrile Drüsen-Verwandlung in deinem Körper statt. Frauen sind einfach cool und spooky gleichermaßen). 

Gut zu wissen:

Progesteron entspannt die Muskulatur, gleichzeitig fehlt dem Körper Östrogen, das eine stärkende Wirkung auf das Bindegewebe im Beckenboden hat. In der Folge fühlt sich der Beckenboden oft schwächer an. 

Schwach, schwächer, am schwächsten: die Menstruation

Du ahnst es schon: der Weg geht zum Zyklusende weiter bergab. Die letzten Tage des Zyklus sind dann auch für viele Frauen eine echte Hängepartie. PMS lässt grüßen mit Grummellaune und Süßigkeitenjieper. Let it out! Zum Schluss ist die beginnende Blutung manchmal eine echte Erlösung. 

Sei getrost:

Die Hormone sind jetzt zwar auf dem Tiefstand und dein Beckenboden fühlt sich mitunter richtig schwach an oder schmerzt sogar – aber der neue Zyklus und damit der Aufschwung beginnt schon bald!

Grafik, die die Zyklusphasen illustriert
Der Hormonspiegel schwankt bei Frauen stark je nach Zyklusphase. Zum besseren Verständnis des Zyklus empfehle ich dir das Sachbuch „Know your Flow“ der Zyklusberaterin Rena Föhr. Daraus habe ich diese Grafik kopiert.

Und demnächst…

In den kommenden Wochen schauen wir uns jede dieser Phasen noch mal genauer an. Dann mache ich dir auch Vorschläge, was du in dieser Zeit beachten kannst, um deinen Beckenboden zu schonen, zu schützen oder zu unterstützen! Und dann geht es auch ans Beantworten eurer Fragen. 

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