Entspannung durch Übung. Oder: irgendwann macht dein Beckenboden alles von alleine!

Eine Frau in rotem Pulli liegt entspannt ausgestreckt in den Dünen

Darum geht's

Dein Beckenboden muss „liefern“ können: er soll dann anspannen, wenn du seine Kraft brauchst. Er soll aber auch entspannen können, wenn er loslassen darf. Wie lernt er das?

Letztes Wochenende sind wir aus dem Frankreich Urlaub zurückgekommen. 1030 Kilometer, 14,5 Stunden Fahrt. Mit drei kleinen Kindern hinten drin. Eltern erkennen die Leistung dahinter. 😉 Beckenboden-Expertinnen sehen außerdem noch einen anderen kritischen Punkt: Autofahren ist Gift für den Beckenboden.

Naja, was heißt Gift, ich will mal nicht übertreiben. Aber gut ist die „Schluck-Wasser-in-der-Kurve“-Haltung im gepolsterten Autosessel definitiv nicht. Irgendwie schiebt man dann doch immer das Steißbein unter und der Beckenboden verspannt fast automatisch. Entsprechend verspannt fühlte ich mich nach dieser langen Autofahrt.

Aber dann passierte etwas ganz außergewöhnlich Wunderbares:

Ich liege gegen 1 Uhr endlich im Bett, alle Kinder schlafen und auch mein Mann schnorchelt schon zufrieden. Ich strecke mich genüsslich aus und plötzlich merke ich, wie sich ein ganz angenehmes Gefühl in meinem Beckenboden entwickelt.

Es beginnt als ein ganz leichtes Kribbeln, das am unteren Schambein ansetzt. Von dort setzt es sich über die linke Seite fort, kribbelt den gesamten linken Beckenbodenbereich durch bis hinten ans Steißbein. Und bevor es dort angekommen ist, fängt auch die rechte Hälfte an zu kribbeln. Auch rechts zieht sich die Bewegung vom Schambein in Richtung Steißbein, breitet sich aber auch in die Mitte und sogar in die Tiefe hinein aus. Am Ende habe ich das Gefühl, dass mein gesamter Beckenboden sich einmal komplett durchgeschüttelt hat.

Einmal gut durchgeschüttelt

Es fühlt sich einfach großartig an! Es ist kein sexuelles oder irgendwie erregendes Gefühl (was auch OK gewesen wäre, aber naja, mein Mann schlief ja eh schon 😉 ). Stattdessen ist es einfach die pure Entspannung, die sich mein Beckenboden nach der verspannenden Autofahrt quasi wie von allein zurückgeholt hat. Du errätst bestimmt, dass ich danach sehr gut geschlafen habe!

Was ich an diesem Erlebnis so besonders finde, ist: es ist genau das, worauf ich mit meinem Beckenbodenyoga-Training hinarbeite und wo ich auch dich hinführen will, wenn du mit mir übst! Das Tolle ist nämlich: wenn wir regelmäßig üben, bringen wir unseren Beckenboden irgendwann dazu, mehr oder weniger von allein genau das zu „liefern“ was jetzt gerade gut für ihn ist.

Der Beckenboden lernt, passgenau „zu liefern“

Dann spannt der Beckenboden in Situationen an, in denen wir seine Stärke brauchen. Und entspannt in Situationen, in denen er loslassen darf. Und diese quasi intuitive Fähigkeit ist so so wichtig! Leider haben wir sie meistens irgendwo auf der „Strecke Leben“ verloren. Wir sitzen zu viel an Schreibtischen, wir bewegen uns allgemein zu selten, wir arbeiten zu wenig an unserer körperlichen Geschmeidigkeit und Durchlässigkeit und vernachlässigen auch die Muskulatur (speziell jene, die tief in uns liegt wie eben der Beckenboden). Dadurch werden wir zu fest, zu unelastisch – und das ist nicht hilfreich für eine gute Beckenbodenfunktion.

Ich bin mir sicher: ohne meine regelmäßige Beckenbodenyoga-Übungspraxis hätte mein Beckenboden bestimmt noch etliche Tage nach der Autofahrt super fest gehalten. Diese Verspannung hätte seine Funktion eingeschränkt und sich womöglich auch auf andere Körperregionen fortgesetzt (hallo, du bekannte und unangenehme Schulterverspannung!).

Der Beckenboden weiß: ich darf auch loslassen

Durch das regelmäßige Üben, den einstudierten Wechsel aus Anspannung und Entspannung, hatte mein Beckenboden aber gelernt, dass er nicht dauerhaft festhalten muss. Wenn mein Körper sich entspannt, entspannt sich mittlerweile auch mein Beckenboden mit. Das war nicht immer so! Das kam nur durch konsequentes und regelmäßiges Üben auf der Yogamatte!

Und das ist auch der Grund, warum ich dir hier immer wieder predige: eine dauerhafte Verbesserung kommt nur durch stetiges Üben! Es hilft nicht, dreimal täglich nach jedem Klogang den Beckenboden „hochzuziehen“, wie immer noch manche Ärztinnen oder Trainerinnen empfehlen. Das einzige, was auf lange Sicht hilft, ist ein regelmäßiges Training auf der Matte. Das muss keine ganze Stunde täglich sein! Gerade Entspannungsübungen kann man auch mal 10 Minuten zwischendurch machen. Aber es ist wichtig, sich diese Zeit zu nehmen – bewusst und konzentriert.

Was du auf der Matte übst, sickert automatisch in dein restliches Leben

Denn was du achtsam und am besten gut angeleitet lernst und immer wieder übst, wird sich nach und nach ganz von allein in dein restliches Leben schleichen. Und dann liegst du vielleicht irgendwann nach einer langen Autofahrt im Bett und dein Beckenboden macht den Entspannungsjob ganz von allein. Und du merkst: das ist der Lohn für deine Mühen! Irgendwann wird das alles ganz leicht und klappt wie von selbst. Super, oder?

Hast du nun Lust, die Techniken zu lernen, die dich dahin führen? Dann melde dich für einen meiner Kurse an! Ich freue mich, wenn ich irgendwann mit dir üben darf!

Weitere Blogartikel und Übungen:

Es geht bergab: Der Becken­­­boden in der Luteal­phase

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Newsletter abonnieren

…und obendrauf das KraftRuheLiebe-Beckenboden Tagebuch zum Selbstausdrucken und Ausfüllen (als PDF-Download) bekommen!